KI-IllustrationGin-Sorten â der groĂe Ăberblick
Die verschiedenen Gin Sorten zu verstehen, ist der erste Schritt zu wirklichem Genuss. Wer die Stile kennt, kauft nicht nach Etikett oder Flaschendesign, sondern nach Geschmack â und findet so den Gin, der zum eigenen Gaumen und zum Anlass passt.
Gin ist weniger eine einzelne Spirituose als eine ganze Familie. Gemeinsamer Nenner aller Arten ist die Wacholderbeere, die dem GetrĂ€nk seinen Namen gibt (lateinisch juniperus). Alles andere â von der Brennweise bis zur SĂŒĂe â variiert von Stil zu Stil. Dieser Ăberblick ordnet die wichtigsten Gin Sorten und hilft bei der Auswahl.
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Was Gin ĂŒberhaupt ausmacht
Damit sich eine Spirituose Gin nennen darf, muss der Wacholder geschmacklich dominieren. Als Basis dient ein neutraler Alkohol, meist auf Getreide- oder Melassebasis. In diesen kommen die sogenannten Botanicals: Wacholder plus eine Auswahl aus Koriandersamen, Angelikawurzel, Zitrusschalen, Iriswurzel, Kardamom, Lakritz oder Pfeffer. Genau diese Mischung entscheidet ĂŒber den Charakter.
GrundsĂ€tzlich unterscheidet man zwei Herstellungswege. Beim mazerierten Gin ziehen die Botanicals im Alkohol wie bei einem Tee, bevor destilliert wird. Beim sogenannten Vapour-Infused-Verfahren durchströmt der Alkoholdampf einen Korb mit Botanicals und nimmt deren Aromen auf. Beide Wege liefern hervorragende Ergebnisse â sie prĂ€gen aber die Feinheit und Klarheit des Geschmacks. Eine Ă€hnliche Handwerkskunst steckt ĂŒbrigens hinter jedem guten Single Malt Whisky, wo ebenfalls Rohstoff und Verfahren den Ton angeben.

Die wichtigsten Gin Arten im Ăberblick
Die gÀngigen Gin Arten lassen sich anhand ihres Stils gut auseinanderhalten. Diese Tabelle fasst die Kernmerkmale zusammen:
| Sorte | Charakter | Typische Verwendung |
|---|---|---|
| London Dry Gin | Trocken, wacholderbetont, keine ZusÀtze nach der Destillation | Gin Tonic, Martini, Negroni |
| Dry Gin | Trocken, aber mit mehr Freiheit bei den Botanicals | Allrounder fĂŒr Cocktails |
| Old Tom Gin | Leicht gesĂŒĂt, weicher, historischer Stil | Klassische Cocktails wie Tom Collins |
| Plymouth Gin | Etwas erdiger, milder als London Dry, geschĂŒtzte Herkunft | Pur, Martini |
| New Western / Contemporary | Botanicals im Vordergrund, Wacholder zurĂŒckhaltend | Moderne Drinks, pur auf Eis |
| Sloe Gin | Likörartig, mit Schlehen angesetzt, fruchtig-sĂŒĂ | Pur, mit Sekt, im Longdrink |
| Navy Strength | Hochprozentig (ab 57 % vol), intensiv | KrÀftige Cocktails |
London Dry Gin â der MaĂstab
Der London Dry Gin ist der bekannteste und strengste Stil. Der Name bezeichnet keine Herkunft, sondern ein Verfahren: SĂ€mtliche Aromen mĂŒssen wĂ€hrend der Destillation entstehen, nachtrĂ€gliches Zusetzen von Zucker oder Aromastoffen ist nahezu ausgeschlossen. Das Ergebnis ist ein klarer, trockener Gin mit deutlicher Wacholdernote. Wer einen verlĂ€sslichen Einstieg sucht, liegt hier richtig â und hat zugleich die perfekte Basis fĂŒr einen klassischen Gin Tonic.
Old Tom und Plymouth â die historischen Stile
Old Tom Gin gilt als Bindeglied zwischen den sĂŒĂen Gins des 18. Jahrhunderts und dem trockenen London Dry. Er ist leicht gesĂŒĂt und dadurch weicher â ideal fĂŒr historische Cocktailrezepte. Plymouth Gin wiederum darf nur in der gleichnamigen englischen Stadt hergestellt werden und zeigt sich etwas erdiger und runder als ein typischer London Dry.
New Western â die moderne Schule
Bei New Western oder Contemporary Gins tritt der Wacholder bewusst hinter andere Botanicals zurĂŒck. Florale, zitrische oder wĂŒrzige Noten dĂŒrfen die Hauptrolle spielen. Diese Gin Sorten haben die Vielfalt am Markt enorm erweitert und sprechen besonders jene an, denen klassischer Wacholder zu dominant ist.
Sloe Gin und Navy Strength â die Spezialisten
Sloe Gin ist streng genommen ein Likör: Schlehen werden in Gin eingelegt, das Ergebnis ist fruchtig-sĂŒĂ und tiefrot. Navy Strength dagegen setzt auf Kraft â mit mindestens 57 Volumenprozent war er historisch so stark, dass verschĂŒtteter Gin an Bord die SchieĂpulvervorrĂ€te nicht unbrauchbar machte. Beide sind Nischenprodukte mit klarem Profil.
Worauf Sie beim Kauf achten sollten
Ein hochwertiger Gin verrÀt sich nicht am Preis allein, sondern an Nachvollziehbarkeit und Balance. Diese Punkte helfen bei der Auswahl:
- Botanicals-Angabe: Seriöse Brennereien nennen ihre wichtigsten Zutaten. Das schafft Vertrauen und hilft, den Geschmack einzuschÀtzen.
- Alkoholgehalt: Guter Gin beginnt meist bei 40 % vol. Deutlich weniger deutet auf ein dĂŒnneres Profil hin.
- Herstellungsart: Destillierter Gin ist einem bloĂ aromatisierten Neutralalkohol vorzuziehen.
- Balance statt Effekt: Ein gelungener Gin lĂ€sst den Wacholder erkennbar, ohne die ĂŒbrigen Botanicals zu erschlagen.
- Verwendungszweck: FĂŒr den puren Genuss lohnt ein feiner Contemporary Gin, fĂŒr Cocktails ein charakterstarker London Dry.
Preislich reicht die Spanne weit. Solide Einstiegsflaschen bewegen sich im niedrigen zweistelligen Bereich, handwerkliche Craft-Gins und limitierte Editionen liegen oft im mittleren bis oberen zweistelligen Bereich. Wer ĂŒber die reine Spirituose hinausdenkt, findet in unserer Auswahl an Gin-GewĂŒrzen und passendem Zubehör zum Trinken Anregungen, um den Genuss abzurunden.
Gin richtig servieren
So unterschiedlich die Gin Sorten sind, so verschieden servieren sie sich am besten. Ein wacholderbetonter London Dry harmoniert mit einem neutralen bis trockenen Tonic und einer Zitronenzeste. Contemporary Gins mit floralen Noten vertragen einen leichteren, aromatischen Tonic. Sloe Gin entfaltet sich pur oder mit einem Schuss Sekt. Wichtig ist stets reichlich klares Eis und ein sauberes, ausreichend groĂes Glas â Ă€hnlich sorgfĂ€ltig, wie man einen guten Portwein je nach Sorte im richtigen Kelch reicht.
Als Faustregel gilt: Je feiner der Gin, desto zurĂŒckhaltender sollte das, was man dazugibt, ausfallen. Ein herausragender Gin braucht keine Ablenkung, sondern höchstens eine ErgĂ€nzung, die seine Aromen unterstreicht.
HĂ€ufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen London Dry Gin und Dry Gin?
Beide sind trocken, doch London Dry unterliegt strengeren Regeln: Alle Aromen mĂŒssen bei der Destillation entstehen, nachtrĂ€gliche ZusĂ€tze sind praktisch ausgeschlossen. Dry Gin lĂ€sst der Brennerei mehr Spielraum, etwa bei der Zugabe von Botanicals nach dem Brennen.
Welche Gin Sorte eignet sich fĂŒr Einsteiger?
Ein klassischer London Dry Gin ist der beste Start. Er zeigt das typische Wacholderprofil, ist vielseitig und funktioniert sowohl im Gin Tonic als auch in klassischen Cocktails zuverlÀssig.
Ist Sloe Gin ein echter Gin?
Streng genommen ist Sloe Gin ein Likör, da Schlehen und Zucker zugesetzt werden und der Alkoholgehalt niedriger liegt. Er wird jedoch traditionell aus Gin hergestellt und deshalb der Gin-Familie zugerechnet.
Wie viele Gin Sorten gibt es?
Eine feste Zahl gibt es nicht. Man unterscheidet rund ein halbes Dutzend Grundstile â etwa London Dry, Old Tom, Plymouth, New Western, Sloe und Navy Strength. Innerhalb dieser Arten existieren tausende einzelne Marken und Rezepturen.
Unsere Empfehlung
Wer die Welt der Gin Sorten kennenlernen möchte, beginnt mit einem guten London Dry als Referenz und tastet sich dann zu einem Contemporary Gin und einem Old Tom vor. So erschlieĂt sich das ganze Spektrum von trocken-klassisch bis floral-modern. Achten Sie auf transparente Botanicals-Angaben, mindestens 40 Volumenprozent und eine ausgewogene Wacholdernote â dann wird aus dem Kauf ein echter Genuss statt einer Etikettenwahl.