
First Class fliegen: Was sie wirklich kostet, die besten Airlines der Welt â und wie Meilen den Preis drĂŒcken
Ein Bett ĂŒber dem Atlantik, Kaviar auf Porzellan, eine Dusche in 12.000 Metern Höhe: First Class fliegen ist das letzte groĂe Theater der Luftfahrt. Gleichzeitig ranken sich um kaum ein Luxusprodukt so viele Mythen â ĂŒber angebliche Preise von 50.000 Euro, ĂŒber Butler und PrivatrĂ€ume. Dieser Guide nennt die echten Zahlen ab Deutschland, zeigt die vier besten First-Class-Produkte der Welt, vergleicht First und Business ehrlich â und erklĂ€rt den Weg, ĂŒber den normale Vielflieger tatsĂ€chlich in die erste Reihe kommen: Meilen.
Die kurze Antwort vorweg: Ein First-Class-Ticket von Frankfurt nach New York kostet hin und zurĂŒck ab etwa 6.500 Euro, regulĂ€r meist 8.000 bis 13.000 Euro. Mit Meilen fliegt man dieselbe Strecke ab rund 91.000 Meilen plus Steuern â der mit Abstand gĂŒnstigste Weg nach ganz vorn.
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Was First Class wirklich kostet: echte Preisbeispiele ab Deutschland
First-Class-Preise sind dynamisch wie Aktienkurse: Sie hĂ€ngen von Termin, Buchungslage und Saison ab. Die folgenden Spannen zeigen, was 2026 auf den drei klassischen Strecken ab Deutschland realistisch aufgerufen wird â jeweils hin und zurĂŒck pro Person:
| Strecke | Airline / Produkt | Preis hin & zurĂŒck (ca.) | Zum Vergleich: Business |
|---|---|---|---|
| FrankfurtâNew York | Lufthansa First (Boeing 747-8) | 6.500â13.000 ⏠| 2.500â4.500 ⏠|
| FrankfurtâDubai | Emirates First (A380 mit Dusche) | ab ca. 5.000 ⏠| ab ca. 2.200 ⏠|
| FrankfurtâSingapur | Singapore Airlines Suites (A380) | 12.000â16.000 ⏠| 3.500â5.500 ⏠|
| MĂŒnchenâLangstrecke | Lufthansa Allegris First (A350) | Beispiele um 13.000 ⏠(New York-Niveau) | ab ca. 3.000 ⏠|
Stand: Sommer 2026, dynamische Tarife. Aktionspreise liegen teils deutlich darunter, Buchungen auf den letzten DrĂŒcker deutlich darĂŒber.
Die Faustregel: First kostet das Zweieinhalb- bis Dreifache der Business Class â und das Zehn- bis FĂŒnfzehnfache der Economy. Ob das irrational ist? Kommt darauf an, was man kauft. Denn bezahlt wird lĂ€ngst nicht nur der Sitz.
Was Sie dafĂŒr bekommen: Chauffeur, eigenes Terminal, Kaviar
Das First-Class-Erlebnis beginnt Stunden vor dem Abflug. Bei Emirates holt ein Chauffeur Sie zu Hause ab â der Fahrservice ist im Ticket enthalten, auch in Deutschland. Lufthansa leistet sich in Frankfurt ein eigenes First-Class-Terminal: ein separates GebĂ€ude mit persönlicher Assistenz, Badewanne, Zigarrenlounge und eigener Sicherheitskontrolle â zum Flugzeug fĂ€hrt man im Porsche oder Mercedes direkt ĂŒber das Vorfeld. Kein Boarding, keine Schlange, kein Gate.
An Bord setzt sich die Inszenierung fort: Kaviar gehört bei Lufthansa und Emirates traditionell zum MenĂŒ, dazu Champagner der Kategorie, ĂŒber die wir im Beitrag zum teuersten Champagner der Welt schreiben â bei Emirates steht Dom PĂ©rignon im KĂŒhler, so viel man mag. Geschlafen wird auf echten Matratzen in BettwĂ€sche, gegessen Ă la carte, wann man will. Und weil in der Kabine nur vier bis acht GĂ€ste sitzen, kommen auf jeden Passagier mehr Crew-Mitglieder als in der Economy auf hundert. Wer wissen will, warum Feinschmecker fĂŒr die Dose Störrogen vierstellig zahlen, findet die HintergrĂŒnde in unserem Ratgeber zum teuersten Kaviar der Welt.
Die besten First-Class-Produkte der Welt
First Class ist nicht gleich First Class â zwischen einem offenen Sitz mit Trennwand und einem Drei-Zimmer-Apartment liegen Welten. Vier Produkte definieren derzeit die Spitze:
| Produkt | Flugzeug | Das Besondere | Ab Deutschland? |
|---|---|---|---|
| Emirates First | Airbus A380 | geschlossene Suiten, Shower Spa (Dusche an Bord), Chauffeur, Bar im Oberdeck | ja â u. a. ab Frankfurt, MĂŒnchen, DĂŒsseldorf nach Dubai |
| Singapore Airlines Suites | Airbus A380 | nur 6 Suiten, getrennter Sessel und echtes Bett, als Doppelbett kombinierbar | ja â ab Frankfurt nach Singapur und New York |
| Lufthansa Allegris First | Airbus A350 | Suiten mit hohen WĂ€nden; Suite Plus: Doppelsuite mit breitem Doppelbett | ja â ab MĂŒnchen, u. a. Kapstadt, Tokio, Shanghai; ab Ende 2026 auch Singapur, SĂŁo Paulo, Dubai |
| Etihad The Residence | Airbus A380 | Drei-Zimmer-Apartment mit Wohnzimmer, Schlafzimmer und eigenem Bad | nein â nur ab Abu Dhabi, z. B. nach London, Paris, Singapur, Toronto |
Stand: Sommer 2026. Produkte sind flugzeuggebunden â vor der Buchung immer prĂŒfen, welcher Jet auf der Strecke fliegt.
Emirates First: die Dusche ĂŒber den Wolken
Das bekannteste First-Class-Produkt der Welt verdankt seinen Ruhm einer Idee, die alle fĂŒr verrĂŒckt hielten: zwei DuschbĂ€der im Oberdeck des A380. Jeder First-Gast kann einen 30-Minuten-Slot im Shower Spa reservieren â fĂŒnf Minuten warmes Wasser, beheizter Boden, danach frisch ins Pyjama von der Crew. Dazu kommen geschlossene Suiten mit Minibar und die legendĂ€re Bordbar im Heck. Emirates First ist weniger dezent als die Konkurrenz, dafĂŒr das gröĂte Spektakel â und ab Deutschland am leichtesten zu buchen.
Singapore Airlines Suites: das Hotelzimmer
Singapore Airlines nennt seine erste Klasse nicht einmal mehr First, sondern schlicht âSuites": sechs Kabinen im Oberdeck des A380, jede mit einem Ledersessel und einem separaten, vollwertigen Bett, das die Crew aus der Wand klappt. Reisen zwei GĂ€ste zusammen, verbinden sich zwei Suiten zum Schlafzimmer mit Doppelbett. Servicekultur und KĂŒche gelten seit Jahren als MaĂstab der Branche. Ab Frankfurt fliegt der A380 sowohl nach Singapur als auch â ein Kuriosum der Streckenrechte â weiter nach New York.
Lufthansa Allegris First: die neue deutsche Antwort
Jahrzehntelang galt die Lufthansa First als exzellent im Service, aber altmodisch in der Kabine â ohne TĂŒren, ohne echte PrivatsphĂ€re. Die neue Allegris First im A350 Ă€ndert das: Suiten mit fast deckenhohen WĂ€nden, und in der Mitte die Suite Plus â eine Doppelsuite mit zwei Sitzen und einem breiten Doppelbett, das erste seiner Art bei einer europĂ€ischen Airline. Seit Juli 2026 dĂŒrfen auch Alleinreisende die Suite Plus ohne Aufpreis reservieren; zuvor kostete das je nach Strecke 1.900 bis 2.900 Euro extra. Wermutstropfen: Allegris First fliegt vorerst nur ab MĂŒnchen, ab Frankfurt bleibt es beim klassischen Produkt in der Boeing 747-8.
Etihad The Residence: die Grenze zum Privatjet
The Residence im A380 von Etihad ist keine First Class mehr, sondern eine Kategorie darĂŒber: ein abschlieĂbares Apartment mit Wohnzimmer, separatem Schlafzimmer und eigenem Duschbad. Buchbar ist es heute als Upgrade auf ein First-Class-Ticket â je nach Strecke etwa 1.600 bis 3.200 US-Dollar pro Richtung zusĂ€tzlich. Ehrlicherweise: Den persönlichen Butler und das eigene MenĂŒ aus der Anfangszeit gibt es nicht mehr, geblieben ist das spektakulĂ€rste StĂŒck Kabine der Welt. Wer diese PrivatsphĂ€re komplett will, landet gedanklich schnell beim Privatjet â dort beginnt die Rechnung allerdings erst richtig.
Ehrlich eingeordnet: First Class stirbt aus
Zur Wahrheit gehört: First Class ist ein Auslaufmodell. Turkish Airlines hat sie komplett abgeschafft, Qatar Airways bietet sie nur noch auf wenigen A380 an, amerikanische Airlines fliegen international lĂ€ngst nur noch Business. Der Grund ist simpel: Moderne Business-Class-Suiten mit TĂŒren sind so gut geworden, dass die teuerste Kabine wirtschaftlich kaum noch zu rechtfertigen ist â Firmen zahlen sie ihren Managern nicht mehr.
Ăbrig bleibt eine kleine Liga von etwa einem Dutzend Airlines, die First noch ernsthaft betreiben â darunter Lufthansa, Swiss, Air France, British Airways, Emirates, Etihad, Singapore Airlines, ANA, Japan Airlines und Qantas. Paradox daran: Gerade weil das Segment schrumpft, investieren die Verbliebenen so viel wie nie. First Class ist heute weniger Verkehrsmittel als Visitenkarte â ein rollendes Schaufenster der Marke, Ă€hnlich wie die Rekord-Suiten, die wir im Beitrag zum teuersten Hotel der Welt einordnen.
First vs. Business: der ehrliche Vergleich
Braucht man First ĂŒberhaupt noch? NĂŒchtern betrachtet: meistens nicht. Eine gute Business Class bietet heute ein flaches Bett, oft eine TĂŒr, ordentliches Essen und Lounge-Zugang â fĂŒr ein Drittel des Preises. Was der Aufpreis tatsĂ€chlich kauft, sind drei Dinge:
- Raum und Ruhe: vier bis acht GĂ€ste statt vierzig bis sechzig. Breitere Betten, echte Matratzen, keine Warteschlange am Bordbad â bei Emirates sogar die Dusche.
- Zeit am Boden: eigenes Terminal, Chauffeur, Vorfeld-Transfer. Wer in Frankfurt schon einmal 40 Minuten an der Sicherheitskontrolle stand, versteht den Wert.
- Das Ereignis: Kaviar, Champagner, das GefĂŒhl eines Grandhotels in der Luft. Rational nicht begrĂŒndbar â aber das gilt fĂŒr die meisten schönen Dinge.
Unsere ehrliche Empfehlung: FĂŒr den reinen Schlafkomfort auf einem Nachtflug reicht Business fast immer. First lohnt sich als Erlebnis â zum runden Geburtstag, zur Hochzeitsreise, als einmal im Leben. Und genau dafĂŒr gibt es einen Weg, der den Preis drastisch senkt.
GĂŒnstiger in die First: Meilen und Upgrades
Kaum jemand in der First Class hat den Listenpreis bezahlt. Der klassische Weg fĂŒhrt ĂŒber Vielfliegerprogramme: Bei Miles & More kostet ein First-Class-Flug von Frankfurt in die USA ab etwa 91.000 bis 107.500 Meilen pro Richtung, dazu rund 670 Euro Steuern und GebĂŒhren â gemessen am Barpreis von 5.000 Euro und mehr pro Richtung ein hervorragender Gegenwert. Meilen sammelt man dabei lĂ€ngst nicht nur durch Fliegen, sondern vor allem ĂŒber Kreditkarten, Einkaufsportale und Aktionen. Wichtig zu wissen: Seit Juni 2026 gibt Lufthansa First-Class-PrĂ€mienplĂ€tze praktisch nur noch an das eigene Programm Miles & More frei, nicht mehr an Partnerprogramme. Bei Singapore Airlines gilt Ăhnliches: Die Suites sind fast ausschlieĂlich ĂŒber das hauseigene KrisFlyer-Programm buchbar, ab etwa 97.000 Meilen pro Richtung nach Europa.
Der zweite Hebel sind Upgrades: Lufthansa und Emirates bieten regelmĂ€Ăig kostenpflichtige Upgrades von Business auf First an â per Meilen, Festpreis oder Auktion. Wer ein gĂŒnstiges Business-Ticket erwischt und kurz vor Abflug ein Upgrade-Angebot annimmt, zahlt fĂŒr die First oft weniger als den regulĂ€ren Business-Tarif. Geduld und FlexibilitĂ€t beim Reisedatum sind dabei die hĂ€rteste WĂ€hrung â PrĂ€mienplĂ€tze in der First sind rar und Monate im Voraus vergriffen.
Stil ĂŒber den Wolken: Was ins HandgepĂ€ck gehört
Ein Dresscode gilt an Bord nicht â aber wer im Pyjama der Airline schlĂ€ft und zum Dinner am gedeckten Tisch sitzt, reist angenehmer mit dem richtigen GepĂ€ck. In die Kabine gehört eine weiche Reisetasche aus Leder statt des Rollkoffers, der groĂe Koffer reist im Frachtraum. Dazu die kleinen Dinge, die jede Langstrecke veredeln: gute Noise-Cancelling-Kopfhörer, eine Kaschmirdecke fĂŒr den Fensterplatz und ein ordentlicher Kulturbeutel fĂŒr das Bad â ob mit oder ohne Dusche. Und zur Landung gilt, was bei jeder guten Reise gilt: AngestoĂen wird mit echtem Champagner.
HĂ€ufige Fragen
Was kostet ein First-Class-Flug?
Ab Deutschland beginnen First-Class-Tickets bei etwa 5.000 Euro hin und zurĂŒck (z. B. Emirates nach Dubai), nach New York liegen sie meist zwischen 6.500 und 13.000 Euro, nach Singapur in den Suites bei 12.000 bis 16.000 Euro. Die Preise sind dynamisch und schwanken stark nach Termin und Buchungslage.
Welche Airline hat die beste First Class?
An der Spitze stehen seit Jahren Emirates (A380 mit Dusche und Chauffeur), Singapore Airlines (Suites mit echtem Bett) und die neue Lufthansa Allegris First mit der Suite Plus. Etihads The Residence ist als Drei-Zimmer-Apartment eine Klasse fĂŒr sich, fliegt aber nicht ab Deutschland. Welche die âbeste" ist, hĂ€ngt vom Geschmack ab: Spektakel bei Emirates, Understatement bei Singapore.
Was ist der Unterschied zwischen First Class und Business Class?
Business bietet heute flache Betten und gutes Essen â First bietet darĂŒber hinaus Raum (nur 4 bis 8 GĂ€ste), Service fast im VerhĂ€ltnis eins zu eins, Kaviar und Extras am Boden wie eigenes Terminal oder Chauffeur. Preislich kostet First etwa das Zweieinhalb- bis Dreifache der Business Class.
Hat Lufthansa noch eine First Class?
Ja â als eine von wenigen europĂ€ischen Airlines. Ab Frankfurt fliegt die klassische First in der Boeing 747-8, ab MĂŒnchen die neue Allegris First im A350 mit Suiten und der Doppelbett-Suite Plus. Dazu betreibt Lufthansa in Frankfurt ein eigenes First-Class-Terminal mit Vorfeld-Transfer im Porsche.
Hat Emirates wirklich eine Dusche an Bord?
Ja. Im Airbus A380 stehen First-Class-GĂ€sten zwei Shower Spas zur VerfĂŒgung â DuschbĂ€der mit beheiztem Boden, fĂŒr die jeder Gast einen 30-Minuten-Slot mit fĂŒnf Minuten warmem Wasser reservieren kann. Die Dusche gibt es nur im A380, nicht in der Boeing 777.
Kann man First Class mit Meilen fliegen?
Ja â Meilen sind der gĂŒnstigste Weg in die First. Bei Miles & More kostet FrankfurtâUSA ab rund 91.000 Meilen plus etwa 670 Euro GebĂŒhren pro Richtung, bei KrisFlyer die Singapore Suites ab etwa 97.000 Meilen. Voraussetzung sind FlexibilitĂ€t beim Datum und frĂŒhe Buchung, denn PrĂ€mienplĂ€tze sind stark limitiert.
Unsere Empfehlung
First Class ist das seltene Luxusgut, das rational niemand braucht und das trotzdem fast niemand bereut. Unser Rat: Fliegen Sie sie einmal bewusst als Erlebnis statt zweimal aus Gewohnheit â idealerweise mit Meilen gebucht, auf einem Produkt mit Charakter wie dem Emirates-A380 oder den Singapore Suites. Wer das Erlebnis Reise noch weiterdenken will, findet in unserem Guide zum Orient-Express das Pendant auf Schienen â und wer wissen will, wann sich die Stufe darĂŒber lohnt, liest unseren Ratgeber zum Thema Privatjet. Am Ende gilt ĂŒber den Wolken dasselbe wie am Boden: Bezahlt wird nicht die Strecke, sondern die Geschichte, die man hinterher erzĂ€hlt.
Reisen wie in der ersten Reihe
Das HandgepĂ€ck fĂŒr die Langstrecke
Leder-Reisetasche fĂŒr die Kabine, solider Koffer fĂŒr den Frachtraum â die Grundausstattung jeder groĂen Reise.
Zur Reisetaschen-Auswahl